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9.9.2017
Spur 1-Treffen SEH Heilbronn

29.9. - 1.10.2017
Modell Hobby Spiel Lepzig

14.-15.10.2017
6. US Convention Rodgau
(sehr kleiner Stand, bitte unbedingt vorbestellen)

FREMO-Treffen: Reda XXL, Waldenburg Jan 2018

Altern mit Staub- und Pigmentfarben

Die Nassmethode für Staub- und Pigmentfarben eignet sich besonders dafür, Fahrzeuge und Gebäude einfach und unkompliziert zu altern. Die Stärke liegt darin, auch sehr geringe Alterungsspuren auftragen zu können, man kann damit aber auch einen Wagen kurz vor der Verschrottung darstellen.

Die Alterung dieses Wagens mit der Nassmethode wird weiter unten Schritt für Schritt beschrieben.
 

Eine sehr starke Alterung ist mit vielen Methoden erreichbar, dies ist aber nicht immer realistisch. Die im Betrieb befindlichen Fahrzeuge sind teilweise recht neu, wie „aus der Schachtel“ der Modellbahnindustrie sehen sie aber schon nach wenigen Betriebstagen nicht mehr aus.

Die Gondola hat fast 30 Betriebsjahre auf dem Buckel und ist dementsprechend stärker gealtert.

Bei Wagen die erst kurze Zeit im Betrieb stehen hat sich sehr schnell Bremsabrieb im Bereich der Achslager, Federn und der Bremsanlage abgesetzt. In den Ecken und Kanten des Aufbaus sammelt sich langsam aufgewirbelter Dreck.

Der MILW-Grain Hopper ist in der dargestellen Epoche erst 2 Jahre im Betrieb. Rost findet man am Aufbau daher nicht. Es hat sich bereits Bremsabrieb auf den Drehgestell angesammelt und in den Kanten der Wagenkastenstützen sammelt sich langsam etwas Dreck.

Die Nassmethode wurde vor Jahrzehnten bei Rainer Lipp propagiert. Damals wurden die Pigmente noch mit reinem Alkohol aufgetragen, was bei den heutigen Lacken in manchen Fällen den Lack schädigen kann. Inzwischen sind die Produkte von Rainer Lipp unseres Wissens nicht mehr am Markt und damit die Methode in Vergessenheit geraten. Da sie große Vorteile gegenüber der Alterung mit Airbrush hat, haben wir die Methode weiterentwickelt und das Lösungsmittel auf moderne Farben abgestimmt.

Anwendung:

Aus reichlich Lösungsmittel und einer Pinselspitze Pigment wird eine Lasur angerührt und diese auf dem Wagen verteilt.

Hier wird zunächst das Untergestell mit Bremsstaub behandelt.


Ist der Auftrag getrocknet zeigt sich der Pigmentauftrag viel zu stark.

Erst durch das Abbürsten mit einem harten trockenen Pinsel ergibt sich nun der gewünschte Effekt...

...die Alterung sitzt in den Ecken und Kanten. Je nach gewünschtem Alterungsgrad wird mehr oder weniger abgebrüstet.

Nun kann mit einer zweiten Farbe selektiv am Untergestell weiter gealtert werden. Hier werden dunklere Stellen mit altem Rost aufgebracht.

 

So präsentiert sich der Achshalter wenn der alte Rost abgebrüstet ist.

 

Für den Aufbau wird der etwas bräunliche Bw-Schmutz verwendet. Die Lasur ist sehr dünn, die man auf der Mischfläche erkennen kann. Lieber am Anfang mehrfach dünn auftragen, als zu viel Pigmente dann wieder abbürsten zu müssen.

Nach dem Trocknen zeigt sich das Fahrzeug zunächst relativ fleckig.




 

Nun wird mit einem festen Borstenpinsel die Fläche kräftig abgestaubt und die überflüssigen Pigmente entfernt. Es bleiben (fast) nur noch Pigmente in den Kanten, Fugen und Ritzen übrig, während die Fläche wieder relativ sauber wird.

Wer die Fläche aber genau betrachtet und mit unbehandelten Flächen vergleicht, wird feststellen, dass der Alkohol im Lösungsmittel auch einzelne Pigmente in winzige Oberflächenunebenheiten des Lacks eingebettet hat. Somit hat die Fläche den „Schachtelglanz“ verloren auch wenn man den Wagen stärker als auf dem Bild abbürstet.

 

Nun können noch Ladegutspuren rund um die Türe angebracht werden. Hier werden Kalkspuren mit Verwitterung Schmutz-Grau nachgebildet. Dazu wird Verwitterung Schmutz-Grau recht dickflüssig angerührt.

nach dem Trocknen sieht man erst wie intersiv der Farbton ist...

...doch nach dem Abbürsten sieht es dann sehr realistisch aus.

Weitere Ladegutspuren dieses Mal mit neuem Rost...

und nach dem Abbürsten.

Und nun ist der Wagen fertig gealtert.

 

Den Einbettungseffekt der Pigmente in den Lack kann man auch dazu einsetzen, um Lackierungen ausgeblichen darzustellen. Dazu muss die Fläche mit reichlich Verwitterung Schmutz Grau zigfach behandelt werden. Im ersten Moment sieht es aus, als ob alles wieder abgestaubt wird, aber nach einigen Anwendungen merkt man langsam wie weisse Pigmente eingelagert werden und der Lack „ausbleicht“.

Wer seine Fahrzeuge stärker altern möchte muss nur die Lasur dicker anrühren und die Flächen weniger intensiv abbürsten. Abbürsten muss immer sein, dadurch werde die Pigmente aus der „Umhüllung“ des Lösungsmittels befreit und die Farben kommen erst richtig zur Geltung.

Die auf der Mischunterlage fest getrockneten Pigmenten können beliebig oft wieder zu Lasur angerührt werden. So geht nichts verloren und es ergeben sich quasi automatisch interessante Mischtöne. So kann man bei dezenter Alterung mit einem Pigmentdöschen wohl 200 - 400 H0-Fahrzeuge altern!

Mit einen sehr, sehr dünnen Lasur Bw-Schmutz können auch Kanten betont werden um den Modellen mehr plastische Tiefe zu geben, z.B. bei Automodellen die Türfugen herauszuarbeiten oder beispielsweise dem Gitterrost bei dem Grain-Hopper, hier noch kombiniert mit Ladegutspuren um die Ladeklappen herum. Auch Lüftungsgitter bei Diesel- oder Elektrolokomotiven werden so sehr einfach viel plastischer.

 

Vorteile gegenüber der Trockenbrushmethode/ Künstlerkreiden

Werden Pigmente trocken aufgetragen, so hat man auf dem Punkt wo der Pinsel auftrifft einen großen Klecks und daneben nichts mehr. Eine gleichmässige, dünne Verteilung über den ganzen Wagen ist trocken nicht möglich. Ausserdem haften die Pigmente deutlich weniger da die Einbindung in die Lackoberfläche durch das Lösungsmittel fehlt. Künstlerkreiden können feinst zerrieben ebenfalls mit der Nassmethode verarbeitet werden. Es ist allerdings etwas unsinnig, erst Pigmente mit einem Bindemittel zu einer Kreide zu formen und dann mit feinem Schleifpapier versuchen wieder Pigment daraus zu machen. So fein wie Original-Pigmente werden diese nie wieder werden.

Vorteile gegenüber Airbrush-Alterung

Die Nassmethode bringt ohne großen Aufwand die Alterungspigmente dahin, wo sich der Schmutz beim Vorbild auch ablagert: In Kanten, Ritzen und Vertiefungen. Vorne liegende Flächen wie Achshalter dagegen können einfach wieder (fast) abgebürstet werden. Diese Flächen sind auch im Vorbild durch vorbeistreifende Gräser und Regen recht sauber. Die Airbrush bringt den Rost auf die hervorstehenden Elemente, während die Ritzen und Vertiefungen „sauber schwarz“ bleiben – also genau umgekehrt wie in der Realität. Mit der Airbrush müsste man eigentlich zunächst den gesamten Achshalter rostig lackieren und dann die erhabenen Partien mit schwarz wieder „entaltern“.

Ein weiterer Vorteil der Nassmethode ist die unkomplizierte Anwendung mit nur zwei Pinseln und der angenehme Geruch des Lösungsmittels durch das zur Entspannung eingesetzte Mundspülung. Somit entfällt der Lösungsmittelgestank und das lästige Reinigen der Spritzpistole.

Fixierung

Die mit der Nassmethode verarbeiteter Pigmente sind nicht absolut grifffest, haben aber einen festere Anhaftung als man denkt. Man kann den Wagen mit einem Mattlacküberzug absolut grifffest machen, allerdings wirken solchermasen behandelte Wagen durch den einheitlichen stumpfen Glanz wenig vorbildlich und steril. Die Dimension, unterschiedlicher Glanzgrad einer Fahrzeugalterung, geht verloren. Das Spiel zwischen großen fast sauberen Flächen mit höherem Glanz und den stumpfen Rostecken fehlt. Weiterhin kann man kaum beurteilen, wie die Alterung nach dem Mattlacküberzug aussehen wird, da die Staubfarben ähnlich wie beim Schottern nachdunkeln. Ist der Wagen erst mit Mattlack überzogen, kann man kaum noch etwas korrigieren. Wir raten auf grossflächige Mattlackfixierungen zu verzichten.

Da die Pigmente bei der Alterung mit der Nassmethode sich hauptsächlich in Kanten, Ritzen und Vertiefungen befinden, kann man diese Stellen kaum mit den Fingerflächen erreichen. Nur im Türbereich greift sich die Alterung im Lauf der Zeit leicht ab wenn die Wagen, wie beim FREMO üblich, nach jedem Umlauf vom Arrangement genommen werden um wieder neu disponiert zuwerden. Aber auch bei diesen Wagen reicht es alle 1-2 Jahre den Türbereich etwas nachzualtern.

Fahrzeugdächer

Es gibt Flächen die sind so glatt, dass auch der Alkohol im Lösungsmittel keine Anhaftungen der Pigmente erreichen kann. Dis ist insbesondere bei Fahrzeugdächern oder Modellautos der Fall. Hier kann ein dünner Auftrag mit der Spritzpistole (Grau-, Schwarz- oder Mattlack), Fixativ oder auch Haarspray für die nötige Rauheit der Oberflächen sorgen.

Metallische Flächen

Die Naßmethode, bei der praktisch eine "Lösung" aus Farbträger (Pigment) und Lösungsmittel verwendet wird um die Pigmente in Ritzen, Kanten und Lackunebenheiten oder Kunststoffoberflächen einzuspülen und dort zu verankern funktioniert bei blanken Metalloberflächen (z.B. auch Schienenprofilen) leider nicht. Hierfür wäre zusätzlich eine Bindemittel nötig - dann kann man aber auch gleich eine "normale" Farbe verwenden.

Lackierte Schienenprofilen oder anderen Metalloberflächen können dann wieder "ganz normal" verwittert werden.

 

Beschreibung der Farbtöne und deren Verwendung

Die Farbtöne sind Pigmentmischnungen die auf die Alterung von Eisenbahnmodellen abgestimmt sind. Die Farbtöne können untereinander beliebig gemischt werden.


#651 Eisenoxidschwarz Leicht gräulicher Schwarzton, ideal für den Russ steinkohlengefeuerter Dampfloks oder Ladegutspuren.

#652 Ruß Sehr stumpfer Schwarzton. Geeignet für die Nachbildung von Diesellok-Abgas oder Ladegutspuren.

#653 Bremsstaub Mischung aus Rost- und Umbratönen die recht gut den Bremsabrieb auf Drehgestellen, Achslagern und dem Fahrgestell darstellt. Standardton für das Untergestell.

#654 Bw-Schmutz Schwarzton mit öligen (braunen) Anteilen. Verwendbar sehr dünn aufgetragen als Allgemeinalterung bei Aufbauten, insbesondere offenen Güterwagen die Kohle befördern. Aber auch zur Kantenbetonung bei hellen Aufbauten. Der Farbton passt ideal als Ruß braunkohlengefeuerter Dampfloks.

#655 Alter Rost.

#656 Neuer Rost Nachbildung von neuem, blühendem Rost.

#657 Verwitterung Grau-Schmutz Allgemeinalterungston für staubige, verschmutzte Flächen. In höherer Konzentration auch für bereits verschmutzte Kalkspuren bei Dampfloks und für Ladegutspuren bei Staubgutwagen (z.B. Zement) geeignet. Wird Verwitterung Grau-Schmutz mehrfach angewendet, werden weisse Pigmente in den Lack eingelagert und ein Ausbleicheffekt erreicht. Dick angemischt geeignet zur Nachbildung von Ladegutspuren an Staubgutwagen oder Kalkspuren an Dampflok-Wasserpumpen.

Weitere Farbtöne die nicht im Start-Set enthalten sind:

#658 Gelbocker Spezieller Farbton für Ladegutspuren von Mais.

#659 Kalkweiß Spezielle Farbton für Ladegutspuren von Kalk. Sehr harter und kräftiger Farbton. Nur für reine Kalkwagen geeignet. Für Kalkspuren an Dampflok-Wasserpumpen Verwitterung Grau-Schmutz verwenden.

#661 Moos Nachbildung von Moos an Bauwerken und Bäumen.

 

Die Staub- und Pigmentfarben sind im H0fine-Shop erhältlich.

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